Alzheimer gewinnt!

Still AliceEin Golden Globe für den neuesten Film „Still Alice – ein Leben ohne gestern“ ist nicht nur eine gebührende Auszeichnung für die Schauspielerin Julianne Moore, sondern auch eine Hommage an alle Menschen, die täglich mit Alzheimer leben, seien es die Betroffenen selbst oder aber ihre pflegenden Angehörigen.

Ihnen allen ist dieser bezaubernde Film gewidmet, weil er sie herausholt aus der Isolation, in der sie tagein tagaus leben. Wenige Menschen im Umfeld von Familien, die von Alzheimer betroffen sind, verstehen, was vor sich geht. Die meisten wenden sich ab und lassen die betroffenen Familien und Paare allein mit ihrem Schicksal. Der Grund ist meistens eine große Unsicherheit, Unwissenheit und Angst.

Was geht hier vor?
Wie darf oder muss ich mich verhalten?
Mache ich etwas falsch?

Statt zu fragen und sich in die Situation hineinzudenken, weichen Freunde und Bekannte, Arbeitskollegen und Nachbarn aus und glänzen mit Abwesenheit. Das tut SEHR WEH!

Filme wie „Still Alice“ tragen dazu bei, dass die Zuschauer die Scheu verlieren und sich durch die authentisch gespielten Filmrollen allmählich dem schweren Thema Alzheimer und Demenz nähern können. Im Film lässt die anerkannte Sprachwissenschaftlerin Dr. Alice Howland (Julianne Moore) keine Möglichkeit aus, ihre Krankheit vorerst zu verheimlichen. Immer wieder überfällt sie ein Anflug von Orientierungslosigkeit in den Straßenschluchten von Manhattan, dann wieder hat sie Schwierigkeiten, einzelne Wörter zu finden. Immer öfter schleichen sich diese Aussetzer in ihr Leben und gestalten es zunehmend schwerer. Der Gipfel des Unvorstellbaren für die Zuschauer ist erreicht, als sie anfängt, die Menschen in ihrem Umfeld zu verwechseln. Nun fasst sie allen Mut zusammen und spricht in ihrer Familie das eigentlich Unaussprechliche an. Alle sind geschockt. Die heile Welt bricht mit einem Mal zusammen. Sowohl der Ehemann als auch die drei erwachsenen Kinder versuchen zusammen mit der betroffenen Ehefrau und Mutter eine schier unlösbare Situation in den Griff zu bekommen. Doch Alice geht diesen Lösungsweg nicht mit. Sie hält fest am Status Quo und kann nicht loslassen.

Ein sehenswerter Film, dem ich das Prädikat „pädagogisch wertvoll“ im Sinne von Herzensbildung für eine breite Bevölkerungsschicht verleihe.

Ich hoffe sehr, dass es in Zukunft viele ähnliche Filme geben wird, die uns in unserem Kampf um ein lebenswertes Leben mit Alzheimer und Demenz unterstützen.

DANKE an die Produzenten und Schauspieler!
Danke an die Preisjury!

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich viel Spaß beim Film-Gucken. Taschentücher nicht vergessen!

Ihre Eva-Maria Popp


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Ein Gedanke zu „Alzheimer gewinnt!

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