Angst vor der Diagnose Demenz –
machen Sie den Demenz-Test

Schnelltest Demenz

© Alexander Raths – Fotolia

Die Zeitungen und Medien haben das Thema Demenz entdeckt und endlich begriffen, dass es uns alle betrifft. Deshalb sind die Medien voll mit Berichten über Menschen und Familien, die von Demenz betroffen sind. Das ist gut so, denn wir, die pflegenden Angehörigen von demenziell Erkrankten, brauchen Verständnis für unsere Situation. Dieses erhalten wir von unseren Mitmenschen nur, wenn sie aufgeklärt sind und dazu ist die Medienkampagne in Sachen Demenz sehr von Vorteil. Aber wie jede Medaille zwei Seiten hat, hat auch die Medienpräsenz des Themas Demenz eine Kehrseite. Viele Menschen haben Angst, dass sie ebenfalls erkranken. Im Übrigen: auch viele pflegende Angehörige sind von dieser Angst geplagt, sind sie doch jeden Tag mit den Auswirkungen der Demenz im engsten Kreis beschäftigt.
So wird aus manch kleiner Unachtsamkeit und Vergesslichkeit des täglichen Lebens das große Gespenst Demenz, vor dem wir uns fürchten und vor dem wir Angst haben.
Deshalb stelle ich Ihnen heute einen einfachen Selbsttest zur Verfügung, den Sie zu Ihrer Orientierung durchführen können.

In diesem Schnelltest (Dauer ungefähr 10 Minuten) werden anhand eines simplen, aber ausgeklügelten Fragebogens die Fähigkeiten eines Menschen in Bezug auf seine Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Erinnerung, das Problemlösen, die Kreativität, das Planen, die Orientierung, seine Phantasie, die Argumentation, seine Merkfähigkeit, sprich seine kognitiven Fähigkeiten, abgeschätzt, aber auch die Leistungen und Fähigkeiten im Bereich der Sprache sowie im Rechnen.

Schnelltest Demenz

  1. Fähigkeit der Wiederholung
    Der Patient hat lediglich einen Versuch, folgenden Ausspruch zu wiederholen: „Ohne Fleiß kein Preis“
    korrekte Wiederholung = 2 Punkte
    Fehlversuch = 0 Punkte


  2. Reaktionstest
    Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie darauf in großen, gut lesbaren Buchstaben: „Heben Sie einen Arm“. Nun halten Sie das Blatt so, dass der Patient den Satz lesen kann und er soll ihn auch ausführen.
    Tut er das, erhält er 2 Punkte, ansonsten 0.

  3. Gedächtnisleistung
    Diesem Teil des Tests sollte vorausgehen, dass Sie das Einverständnis des Patienten einholen. Fragen Sie ihn also zuerst, ob Sie seine Gedächtnisleitung prüfen dürfen. Erteilt er sein Einverständnis, nennen Sie ihm klar, deutlich und in langsamem Tempo 3 Begriffe (z. B. Fahrrad, Apfel, Rose). Wenn Sie alle 3 Wörter ausgesprochen haben, lassen Sie diese vom Patienten wiederholen. Ausschlaggebend für die Wertung ist die 1. Wiederholung.
    Für jedes wiederholte Wort vergeben Sie 2 Punkte.
    Wenn beim 1. Versuch nicht alle 3 Wörter richtig wiederholt werden, verlangen Sie einen weiteren Versuch usw. bis der Patient alle 3 Wörter richtig wiederholt hat. Es sollen aber nicht mehr als 5 Versuche gemacht werden. Schafft es ein Patient in dieser Zeit nicht, alle 3 Wörter zu lernen, kann die Fähigkeit der Erinnerung nicht aussagefähig geprüft werden.

  4. Orientierungsfähigkeit
    Hier vergeben Sie bitte für jede richtige Antwort 2 Punkte, für falsche oder keine Antworten 0.

    1. Welches Datum haben wir heute?
    2. In welcher Jahreszeit leben wir gerade?
    3. Welches Jahr haben wir?
    4. In welchem Monat leben wir gerade?
    5. Wo sind wir hier? (häusliche Einrichtung)
    6. In welcher Etage befinden wir uns hier?
    7. In welchem Ort sind wir?
    8. In welchem Bundesland sind wir?
    9. In welchem Land sind wir?

  5. Erinnerungsfähigkeit
    An dieser Stelle soll der Patient die 3 Wörter, die er unter 3. auswendig lernen sollte, wiederholen. Fragen Sie ihn, ob er diese Wörter noch weiß.
    Für jedes richtig erinnerte Wort geben Sie dem Patienten 2 Punkte.

  6. Sprachtest
    Zeigen Sie dem Patienten jeweils 2 verschiedene Gegenstände aus seinem direkten Umfeld und bitten Sie ihn, diese zu benennen (z. B. Kugelschreiber und Gardine).
    Für jede richtige Nennung erhält der Patient 2 Punkte.

  7. Konzentration und Mathematik
    Ihr Patient soll jetzt subtrahieren. Beginnend bei der Zahl 100 soll er jeweils in 8er-Schritten rückwärts zählen, also 92, 84, 76, 68, 60. Nach dem 5. Schritt stoppen Sie das Rechnen und zählen die richtigen Antworten.
    Pro richtige Antwort vergeben Sie bitte 2 Punkte.

    Nun soll Ihr Patient das Wort „SIRUP“ buchstabieren und zwar rückwärts.
    Für jeden Buchstaben in der richtigen Reihenfolge vergeben Sie 2 Punkte (z. B. PURIS = 10 Punkte, PIRUS = 3 Punkte). Lediglich die höhere Wertung zählt.

  8. Phantasie
    Bitten Sie Ihren Patienten, für Sie einen vollständigen Satz auf ein Blatt Papier zu schreiben. Geben Sie ihm dabei nichts vor, der Satz muss spontan und selbstständig aufgeschrieben werden. Interpunktion und Grammatik werden hierbei nicht berücksichtigt.
    korrekter Satz = 2 Punkte
    falscher oder kein Satz = 0 Punkte


  9. Nachzeichnen
    Nehmen Sie ein Blatt Papier und zeichnen Sie darauf 2 Sechsecke, die sich an einer Ecke überschneiden. Nun soll Ihr Patient dieses Gebilde korrekt nachzeichnen, d.h. alle 12 Ecken müssen vorhanden sein und 2 davon müssen sich überschneiden. Unwesentlich sind abweichende räumliche Anordnungen oder ungerade, zittrige Linien.
    Ist die Aufgabe erfüllt, vergeben Sie 2 Punkte

  10. Aufgabe aus 3 Teilen
    Stellen Sie Ihrem Patienten eine Aufgabe, die aus 3 Teilen besteht. Z.B.: Nehmen Sie eine Serviette, falten Sie diese auseinander und legen Sie sich die Serviette auf den Schoß.
    Hat er alle 3 Teilaufgaben richtig erfüllt, erhält er 2 Punkte, ansonsten 0.

Auswertung des Demenz-Test:

58 – 52 Punkte = keine Demenz
51 – 36 Punkte = leichte Demenz
35 – 20 Punkte = mittelschwere Demenz
< 20 Punkte = schwere Demenz

Quelle: nach dem Mini-Mental-Status-Test von Folstein und Kollegen, individualisiert für Firma Wehrfritz

Download Demenz-Test (PDF)

Nun haben Sie das Ergebnis des Schnelltestes in Händen und können einschätzen, ob es sich bei Ihrem Unbehagen um eine berechtigte Furcht vor einer konkreten Demenzerkrankung handelt oder eben nur um eine unberechtigte Angst.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesem Schnelltest weiterhelfen konnte und Sie die Angst vor einer Erkrankung nun in die Verbannung schicken können.

Ihre Eva-Maria Popp

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Ein Gedanke zu „Angst vor der Diagnose Demenz –
machen Sie den Demenz-Test

  1. Praxis Claudia Stenger

    Sehr guter Demenztest! Es ist sehr wichtig – gerade für die Betroffenen – mit einem Demenztest Klarheit zu schaffen. Häufig führt leichte Vergesslichkeit im Alter fälschlicher Weise dazu, von beginnendem Alzheimer bzw. Demenz auszugehen. Der Test sollte in einem ruhigen und vertrauensvollen Umfeld gemacht werden. So kann der Patient die Fragen in Ruhe und ohne Angst beantworten. Nur Mut!
    Ihre Claudia Stenger, Heilpraktikerin für Psychotherapie

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