Darf man über Demenz lachen?

Über Demenz lachen

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Diese Frage stellte vor kurzem eine Journalistin, die sich intensiv mit NonnaAnna®, einem innovativen Betreuungs- und Beschäftigungskonzept für Menschen mit Demenz, auseinandergesetzt hat.

Die Dame recherchierte im Zuge eines Artikels in ihrer Zeitung über das Thema Demenz und hat dazu mit Bianca Mattern, der Gründerin von NonnaAnna®, ein Interview geführt.

Dabei hat sie bemerkt, dass Bianca Mattern bei der Erklärung ihrer Arbeit mit Comics arbeitet, Witze über Demenz macht und ihr wichtigstes Anliegen ist, dass sowohl die pflegenden Angehörigen als auch die Menschen mit Demenz weitgehend die Möglichkeit bekommen, mit Leichtigkeit durch das Demenzleben zu gehen.

Ganz nach dem Motto: „Das Leben ist schwer genug, darum mache es dir so leicht wie möglich!“

Bianca Mattern möchte dem Thema die Schwere nehmen und nimmt dabei die Menschen selbst sehr ernst. Ihr ist es wichtig, dass die Würde und vor allem die Selbstbestimmung im Leben mit Demenz erhalten bleiben. Dazu gehört es, dass man auch das eine oder andere Mal über sich selbst und über die Situation lachen kann.

Lachen befreit die Seele von den Fesseln der Depression und einer niedergeschlagenen Grundstimmung.

Lachen befreit die Gefühle und ist das Salz in der Suppe des Lebens.

Erst wenn man über eine Situation lachen kann, hat man sein Schicksal akzeptiert und es angenommen.

Erst wenn man sein Schicksal angenommen hat, kann man es selbst in die Hand nehmen und verändernd eingreifen.

Insofern ist das Lachen die beste Therapie, wenn es darum geht, auszusteigen aus der Vorurteilsmühle, dass Demenz immer traurig sein müsse und per se ein Leiden sei, auf das man nur mit Leiden reagieren könne.

Deshalb meine Antwort auf die Eingangsfrage:
Selbstverständlich darf und muss man über Demenz lachen dürfen! Gerade das Lachen führt dazu, das Schicksal Demenz aus der Tabuzone zu holen. Das wiederum ist die beste Möglichkeit das Leben der Betroffenen langfristig und nachhaltig zu verändern.

Viel Spaß im Leben mit oder ohne Demenz
Ihre Eva-Maria Popp

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