Das kleine Pflege-ABC

Pflege ABC

© Robert Kneschke – Fotolia

Betreuungsleistungen – eine wichtige Stütze im Finanzierungskonzept von Pflegegeldzahlungen

Wenn Sie sich mit Pflegegeld und den Pflegegeldleistungen beschäftigen, die Ihnen und Ihrem demenziell Erkrankten zustehen, dann werden Sie immer wieder auf den Begriff der Betreuung stoßen.

Allerdings ist dieser mehrfach besetzt und wird in unterschiedlichsten Zusammenhängen verwendet. Das führt bei Laien oftmals zu Verwirrung und Unverständnis und verhindert in der Folge die richtige Entscheidung, wenn es um die Beantragung von ergänzenden Pflegegeldleistungen geht. Deshalb werde ich zu Ihrem besseren Verständnis mit einer Definition der verschiedenen Verwendungsbereiche in Sachen Betreuung beginnen.

  1. Betreuung im psychologischen Kontext
    Wenn Laien von Betreuung sprechen, dann meinen sie meist, dass sie sich um ihren demenziell veränderten Angehörigen kümmern. Sie übernehmen all die Tätigkeiten, die er selbst nicht mehr  übernehmen kann. In diesem Sinne wird der Betreuer zum Kümmerer und Fürsprecher. Betreuung kann in diesem Fall auch gleichgesetzt werden mit Fürsorge.

  2. Betreuung im rechtlichen Sinne
    Wenn ein Volljähriger aufgrund einer psychischen oder geistigen Erkrankung, wie es z.B. bei Demenz der Fall ist, seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht (mehr) selbst besorgen kann, wird für diese Person auf Antrag oder von Amts wegen durch das Betreuungsgericht ein Betreuer bestellt, der den zu Betreuenden in bestimmten, im Vorfeld vom Gericht ausgewählten Bereichen vertritt. Welche und wie viele Bereiche davon betroffen sind, richtet sich im Rahmen der gerichtlichen Entscheidung nach Art und Schwere bzw. Fortschritt der Erkrankung. Betreuer kann entweder ein naher Angehöriger oder ein vom Gericht ausgewählter Dritter sein. Bei der Betreuung verliert die zu betreuende Person nicht unbedingt ihre Geschäftsfähigkeit, kann also noch einige Dinge im Alltag selbst gestalten und regeln. Es wird lediglich für die jeweils betroffenen Bereiche, wie zum Beispiel Vermögenssorge oder Aufenthaltsbestimmung, der Betreuer als gesetzlicher Vertreter eingeschaltet, der dann für den unter Betreuung Stehenden handeln und entscheiden muss.

  3. Zusätzliche Betreuungs- und Beschäftigungsleistungen
    Eine Person, die demenziell erkrankt ist, leidet unter einer Fähigkeitsstörung. Dies führt in der Regel zu großen Schwierigkeiten, sich im Alltag zurechtzufinden. Daher gibt es unter anderem für Menschen mit demenzieller Erkrankung, bei denen eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt, besondere Leistungen von der Pflegeversicherung. Dabei wird das individuelle Pflegekonzept der Familie von der Pflegeversicherung mit maximal 100 € pro Monat und bei besonders hohem Betreuungsaufwand mit maximal 200 € pro Monat, je nachdem wie stark die Einschränkungen sind, unterstützt. Diese Leistungen erhält man übrigens unabhängig von einer Pflegestufe. Das bedeutet, man kann zusätzliche Betreuungsleistungen generieren, obwohl die Voraussetzungen für eine Pflegestufe nicht erfüllt sind. Der Medizinische Dienst prüft im Rahmen eines Hausbesuchs, ob jemand einen erheblichen Betreuungsbedarf hat.

Wie schon oben kurz angesprochen, spielen diese Betreuungsleistungen eine große Rolle in der gesamten Pflegesituation von demenziell Erkrankten. Sie dienen der Entlastung von pflegenden Angehörigen und gleichzeitig der bestmöglichen Förderung der geistigen Kräfte des Patienten. Sie sind sehr wertvoll, weil sie individuell einsetzbar sind. Vor allem sollten Betreuungs- und Beschäftigungsleistungen wirklich in Einzelbetreuung umgesetzt werden. Oftmals werden sie, vor allem von den großen Pflegediensten, in Gruppenleistungen abgerechnet und angewendet. Das ist sehr schade, weil gerade in der individuellen Beschäftigung eine große Chance zur Förderung und Steigerung der geistigen Gedächtnisleistung liegt. Diese gezielte Förderung fällt in der Gruppe manches Mal einer Massenabfertigung zum Opfer. Schade!!!

Sehr geeignet und extra für die Einzelbetreuung entwickelt ist  das Beschäftigungsmaterial von NONNA ANNA®, das auf der Montessori-Pädagogik basiert. Das Konzept geht auf  die Interessen des demenziell Erkrankten ein, sodass eine personenbezogene Aktivierung möglich ist.

In einigen Städten und Landstrichen Deutschlands gibt es sogar eigene NONNA ANNA®-Betreuer, die zur Förderung des demenziell Erkrankten ins Haus kommen. Wenn Sie aufgrund der örtlichen Entfernung nicht auf einen NONNA ANNA®-Betreuer zurückgreifen können, dann sollten Sie einen Pflegedienst beauftragen, der Betreuung-  und Beschäftigungsleistungen anbietet. Bestehen Sie auf Einzelbeschäftigung und auf der Anwendung von NONNA  ANNA®  oder einem anderen seniorenpädagogischen Konzept. Nur so können Sie gewährleisten, dass das Geld aus der Betreuungs- und Beschäftigungsleistung auch wirklich dazu verwendet wird, wozu es dient, nämlich dem Erhalt und der Förderung der geistigen Kompetenz Ihres Angehörigen.

Lassen Sie sich die Übungen vom Betreuer zeigen und wenden Sie diese Übungen immer wieder im Alltag an. Oftmals haben Enkelkinder Interesse daran, mit Oma oder Opa zu üben und zu spielen. Besonders die NONNA ANNA®-Materialien sind sehr gut für diesen Gebrauch innerhalb der Familien geeignet.

Vielleicht steht ja der nächste runde Geburtstag vor der Tür. Nutzen Sie diese Gelegenheit und äußern Sie Geschenkewünsche. Viele Verwandte und Bekannte, die Ihrem Angehörigen ein Geburtstagsgeschenk machen wollen, freuen sich über den Tipp. So verfügen Sie in Zukunft über einen Fundus an pädagogisch wertvollen und sinnvollen Beschäftigungsmaterialien. Diese können Sie den Damen und Herren des Pflegedienstes zur Verfügung stellen, die die Beschäftigungs- und Betreuungsleistungen bei Ihrem Angehörigen erbringen. Gleichzeitig dient das Material der ganzen Familie, um die gemeinsame Zeit sinnvoll und vor allem entspannt und mit viel Spaß zu verbringen.

Auf diese Weise werden Pflegegeld und Pflegegeldleistungen wirklich „gewinnbringend“ zum Wohle des demenziell Erkrankten und seiner Familie investiert.

Nun liegt es an Ihnen, die Beschäftigungs- und Betreuungsleistungen, die Ihrer Familie zustehen, so einzusetzen, dass Sie, der demenziell Erkrankte und die ganze Familie den größtmöglichen Nutzen davon haben.

Viel Spaß bei der gemeinsamen Beschäftigung wünscht Ihnen
Eva-Maria Popp

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