Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf –
das Stiefkind der Nation

leipziger_buchmesseAm vergangenen Samstag durfte ich viele von Ihnen, sehr geehrte Leserinnen und Leser, auf der Leipziger Buchmesse persönlich kennenlernen, sehen und sprechen.

An dieser Stelle vielen Dank für Ihren Besuch und vor allem für die guten Gespräche.

Wir haben uns ausgetauscht und ich habe zahlreiche Impulse für Blog-Themen von Ihnen erhalten, die ich in den nächsten Wochen an dieser Stelle aufgreifen werde.

Der Tenor Ihrer Aussagen war, dass für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf viel zu wenig getan wird. Im Gegensatz zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die im Moment en vogue ist und in allen Talkshows durch das deutsche Fernsehen und den Medienblätterwald tourt, wird für pflegende Angehörige, die berufstätig sind, sehr wenig getan.

Hier in der Zusammenfassung Ihre Meinung, die Sie mir mitgeteilt haben:

„Es fehlt an finanzieller Unterstützung zum einen und vor allem am Verständnis durch die Arbeitgeber auf der anderen Seite.“

Die Tatsache, dass Arbeitnehmer zu Hause bleiben, um Angehörige zu pflegen, kommt weder in den Köpfen der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer vor. Während Kinderkriegen in einem gewissen Lebensabschnitt „normal“ und eine Familienauszeit danach akzeptiert ist, trauen sich viele Frauen und Männer nicht wirklich zu „gestehen“, dass sie für die häusliche Pflege eine Auszeit brauchen. Das gilt auch für Teilzeitanträge, ein paar Stunden Freizeitausgleich oder Gleitzeit, um z.B. Zeit für die Begleitung der Angehörigen bei Arztbesuchen u.Ä. zu haben.

Der Gesetzgeber sieht zwar mittlerweile einige Möglichkeiten vor, die jedoch finanziell unmerklich abgesichert sind. Das ist ein Grund, warum eine Familienpflegezeit so selten in Anspruch genommen wird. Die zweite Wahrheit ist, dass diese KEINE Akzeptanz in der Gesellschaft und der Arbeitswelt findet. SCHADE!

Das muss sich ändern und daran werden wir in der nächsten Zeit gemeinsam arbeiten.

Mit meinem Buch „Pflege und Beruf unter einen Hut bringen“ habe ich einen Anfang gemacht. Jetzt muss dieser erste Schritt ausgebaut werden.

Dazu werde ich Ihnen in den nächsten Wochen viele Impulse und Ideen liefern und freue mich schon jetzt auf Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Start in den Frühling.

Ihre Eva-Maria Popp

 

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