Essen hält Leib und Seele zusammen

Warum Essen für Menschen mit Demenz so wichtig ist

Essen für Menschen mit Demenz ist wichtig

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Der weise Spruch „Essen hält Leib und Seele zusammen“ gilt ein Leben lang und gewinnt besonders im Alter noch mehr an Bedeutung, wenn andere Formen der Abwechslung und Anregung zunehmend schwinden, weil es an der Mobilität und Aufnahmefähigkeit fehlt.

Essen ist in unserem Leben tief verwurzelt mit vorwiegend angenehmen Erinnerungen: Zum einen gehört es zu den elementaren Handlungen eines Menschen – ohne Essen kein Leben. Zum anderen ist es in der Regel verbunden mit Zusammengehörigkeitsgefühl, Familie und Lustbefriedigung.

Wir essen in der Regel in der Gemeinschaft mit anderen Menschen und haben gerade beim Essen Zeit für gute Gespräche und einen angenehmen Austausch. Einschränkend muss ich allerdings vermerken, dass Essen für die Kriegsgeneration teilweise mit sehr negativen Erinnerungen verbunden ist: schlimmste Entbehrungen und Hungergefühle in den letzten Kriegsmonaten und in der Nachkriegszeit, Streit ums Essen bis hin zu Mord und Totschlag, Demütigungen in Lagerhaft und Kriegsgefangenschaft verbunden mit Essensentzug. Auch das gehört zum Erfahrungsschatz von Senioren und ist oftmals der Grund für seltsame Verhaltensweisen. Die Folge dieser schlimmen Entbehrungen in der Nachkriegszeit haben während des darauffolgenden Wirtschaftswunders eine Schlemmerwelle ausgelöst, die noch heute anhält.

Fazit:
Wir Menschen sind auf Essen fixiert und lieben es zu essen. Im Alter nimmt diese Fixierung meist zu, es sei denn eine Krankheit verdirbt den Appetit.

Bei vielen Senioren dreht sich alles ums Essen, weil andere Aktivitäten und Ablenkungen zunehmend wegfallen. Das Essen, die Lust aufs Essen und am Essen aber bleiben.

Wie es schmeckt oder auch nicht schmeckt, was es gibt, wann es geliefert oder gekocht wird, in welches Lokal man geht …?

Fragen über Fragen und Beschäftigung rund ums Essen.

Deshalb ist es eine wichtige Aufgabe bei der Betreuung von Senioren und im Speziellen von Menschen mit Demenz, das Essen und Situationen rund ums Essen sinnvoll für Aktivierungsmaßnahmen gegen das Vergessen und den dadurch bedingten „Verfall der (Tisch)Sitten“ zu nutzen.

In diesem Zusammenhang empfehle ich den Einsatz von Hilfsmitteln in Form von Geschirr und Besteck, das für den Einsatz im Seniorenbereich entwickelt wurde. Es erleichtert den Gebrauch bei eingeschränkter Fein- und Grobmotorik oder auch bei Schluckstörungen.

Außerdem kann das „Nonna Anna® Essensmaterial“ die Kommunikation über Wünsche und Bedürfnisse bei der Essensauswahl erleichtern, was in der Folge zu einer tiefen Zufriedenheit führt.

Sie sehen, es macht Sinn, sich tiefer gehende Gedanken über das Essen zu machen und darüber, wie es für einen adäquaten Umgang mit Menschen mit Demenz genutzt werden kann.

Guten Appetit wünscht Ihnen

Eva-Maria Popp

 

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