Heute mal ‘ne Pause!

Pause machen

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Für pflegende Angehörige sind die Tage sehr, sehr lang und anstrengend. Besonders belastend ist die Tatsache, dass wir NIE fertig sind.

Während Menschen, die anderen Aufgaben in Form einer Berufstätigkeit nachgehen, nach getaner Arbeit „den Stift aus der Hand legen“, sind wir als pflegende Angehörige im Dauereinsatz. Keine Pause, nie fertig, kein Ende in Sicht, keine Ruhepause …

Diese Endlosschleife ist es, die mit zunehmender Dauer der Pflegetätigkeit zu gesundheitlichen Störungen und Stresssymptomen führen kann. Immer öfter endet dieser Prozess in einem Burnout. Das ist sehr traurig und vor allem belastend für alle Beteiligten.

Deshalb sind regelmäßige Pausen eine PFLICHT für jeden Angehörigen.

Die Pflegekasse stellt dafür in Form von Kurzzeitpflege und vor allem in Form von monatlichen Betreuungsleistungen Geld zur Verfügung. Erfahrene Pflegeberater der Kassen beklagen jedoch, dass dieses Geld selten ausgeschöpft wird. Viele pflegende Angehörige rufen die Betreuungsleistungen nicht ab.

Das kann und darf nicht sein. Sie MÜSSEN sich eine regelmäßige Auszeit nehmen, damit Sie die Herausforderungen des Pflegealltags weiterhin meistern können.

Überlegen Sie gut für sich, wie Sie sich eine Auszeit vorstellen! Was tut Ihnen gut?

Sind es die kleinen regelmäßigen Pausen wie der Plausch im Café mit einer Freundin, der Friseurbesuch oder auch der Spaziergang am Nachmittag? Oder sind Sie ein „Sammler“ und erfreuen sich am Gedanken an die große Auszeit einmal im Jahr in Form eines längeren Urlaubs?

Egal, für welche Form Sie sich entscheiden: Wichtig ist, dass Sie es tun!

Nun wünsche ich Ihnen eine schöne Auszeit mit viel Sonnenschein und guten Gedanken.

Ihre Eva-Maria Popp

 

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3 Gedanken zu „Heute mal ‘ne Pause!

  1. Mariola Endres

    Wunderbar, wie Sie die Wichtigkeit der Erholung für den Pflegenden darstellen!
    Viele Angehörige opfern sich für die Pflege auf, bis es nicht mehr geht, bis es zu spät ist. Es ist niemandem geholfen, wenn der Pflegende aufgrund eines Burn-Outs selbst zum Pflegefall wird. Hier hat die regelmäßige Erholungspause oberste Priorität. Für länger Erholungsphasen oder bei Patienten mit hoher Pflegebedürftigkeit gibt es vielseitige und moderne Lösungen einer pflegerischen Unterstützung von außen.

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  2. Praxis Claudia Stenger

    Ich kann hier nur beipflichten. Es ganz besonders wichtig, dass sich die pflegenden Angehörigen auch um eigene Bedürfnisse kümmern und sich nicht völlig verausgaben, bis es nicht mehr geht. Aber häufig hat man einen sehr hohen Leistungsanspruch an sich selbst oder es schleicht sich ein „schlechstes Gewissen“ ein, wenn man nicht voll und ganz für den Patienten da ist oder gar eigenen Interessen und Hobbys nachgeht.
    Hier ist es hilfreich, selbst therapeutisch unterstützende Hilfe in Anspruch zu nehmen, bei der eigene Gedankenmuster hinterfragt werden, Entspannung erlernt und Zugang zu neue Kraftquellen geschaffen werden kann.
    Für solch eine Unterstützung muss man sich heutzutage nicht schämen – im Gegenteil: Sie werden die positiven Auswirken einer solchen Therapie oder eines Coachings schnell spüren und froh darüber sein!

    Herzlichen Gruß
    Ihre Claudia Stenger, Heilpraktikerin für Psychotherapie

    http://www.Praxis-ClaudiaStenger.de

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  3. Olga

    Toller Beitrag. Der Thema der Pflegekräfte sollte in der Öffentlichkeit viel mehr Gehör erhalten. Menschen, die sich 24 Stunden am Tag um Bedürftige kümmern, sollten viel mehr geschätzt werden. Viele Grüße Olga

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