„HILFE – HILFE – HILFE“

Auf Gefühle eingehen bei mit Menschen mit Demenz

© Westend61 / Michael Bader

Diese Worte höre ich jeden Tag stundenlang. Sie werden flehentlich gerufen von einem Mann, der in einem Altenheim in meiner Nachbarschaft lebt.

Es zerreißt mir das Herz, wenn ich das höre. Ist denn keiner da, der sich in die Situation dieses Mannes hineinversetzen könnte, der sich darum bemüht, ihn zu verstehen.

Es ist so wichtig, dass wir, die pflegenden Angehörigen, oder auch das Pflegepersonal im Umgang mit Menschen, die demenziell erkrankt sind, Empathie an den Tag legen. Wir MÜSSEN verstehen, wie sich der demenziell Erkrankte fühlt. Wir MÜSSEN erkennen, was in ihm vorgeht. Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir helfen können.

Bianca Mattern, die Gründerin von Nonna Anna®, einem pädagogischen Betreuungskonzept für Senioren, das auf Basis der Montessoripädagogik arbeitet, lehrt uns, auf die Bedürfnisse des demenziell Erkrankten zu achten. Vor allem erklärt Nonna Anna®, wie wir die Bedürfnisse erkennen.

Lassen Sie mich das an einem Beispiel erklären:

Eine Frau, die an Demenz erkrankt ist, möchte das Haus verlassen. Sie kommt an die verschlossene Tür und beginnt zu rütteln. Sie rüttelt und rüttelt und beginnt zu schreien, weil sie ja unbedingt das Haus verlassen möchte. Nun muss ich als pflegende Angehörige erkennen, welche Motivation die Frau hat, das Haus zu verlassen. Durch empathisches Nachfragen, wie ich helfen könne, erfahre ich, wo die Hintergründe liegen. Ich erkenne, dass sich die Frau gedanklich in einer sehr frühen Phase ihres Mutterdaseins befindet. Sie ist der Meinung, dass sie ihre Tochter pünktlich aus der Schule abholen müsse. Die verschlossene Tür hindert sie daran, ihre Mutterpflicht zu erfüllen. Wenn wir das Verhalten der Dame in diesem Kontext sehen, wird klar, wie sie sich fühlt, warum sie schreit und sogar aggressiv wird.

Nach dem Erkennen kommt die zweite Phase: Verständnis zeigen und danach handeln.

Wir begeben uns gedanklich auf die Stufe der Dame und zeigen ihr, dass wir verstehen, worin ihre Aufgabe besteht. Danach bauen wir ihr eine gedankliche Brücke. Wir verwickeln sie in ein Gespräch und bringen sie auf andere Gedanken – nicht durch Zwang, sondern mit Empathie und Einfühlungsvermögen. Gemeinsam mit ihr finden wir eine Lösung!

Das ist ein Beispiel von vielen und zeigt die Grundhaltung bei Nonna Anna®:

Nonna Anna® nimmt die Bedürfnisse ernst und sucht gemeinsam mit dem Erkrankten nach einer Lösung, die für ihn passt.

Bianca Mattern hat ihre Methode über 18 Jahre aus der Praxis für die Praxis entwickelt und dabei pädagogische Materialien geschaffen, die uns eine Brücke bauen zum Fühlen und Denken des demenziell Erkrankten. Das erleichtert die Kommunikation mit ihm/ihr und vor allem dient das Material zum Gedächtnistraining und dem Erhalt der Alltagskompetenz.

Fazit:
Auch ein demenziell Erkrankter muss in seinen Gefühlen und Bedürfnissen ernst genommen werden und hat ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Es ist unsere Pflicht als pflegende Angehörige, dafür zu sorgen, dass wir den Zugang zum Denken und Fühlen unseres demenziell Erkrankten aufbauen. Nonna Anna® kann uns dabei helfen.

Nun wünsche ich Ihnen gute Gedanken und ein tiefes Verständnis für die Menschen, die Ihnen anvertraut sind.

Ihre Eva-Maria Popp

 

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