Honig im Kopf und Butter in den Knien

Til Schweiger spricht über Demenz

interview_til_schweigerEntspannt, natürlich, emotional und einfach sympathisch.

So könnte ich mein Treffen mit Til Schweiger und meinen Eindruck von ihm beschreiben. Zugegeben, ich hatte weiche Knie, als ich ihn zusammen mit Demenz-Expertin Bianca Mattern vor ein paar Tagen in seinem Büro in Berlin besuchte. Aber die haben sich schon in den ersten Minuten „in Luft aufgelöst“.

Wir waren nach Berlin gekommen, um Til Schweiger zu seinem Film „Honig im Kopf“ zu gratulieren und mit ihm über Demenz zu sprechen.

Schließlich hat er mit seinem neuesten Film den Nagel auf den Kopf getroffen und die Demenz salonfähig gemacht.

Im Film spielt er selbst den Sohn eines ehemaligen Tierarztes, der zunehmend in der Demenz „verschwindet“. Während er damit beschäftigt ist, den Vater ständig darauf hinzuweisen, dass er wieder einmal alles falsch gemacht hat, gelingt es der Enkeltochter, mit ihrem Opa auf einer Ebene zu kommunizieren und auf diese Weise sowohl das Leben des Opas als auch ihr eigenes Erleben leicht und locker zu gestalten. Gemeinsam haben sie viel Spaß!

So dient der Film als gutes Beispiel für eine optimale Art der Kommunikation zwischen Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen.

Til Schweiger hat mit jedem seiner Filme den Anspruch, das Leben der Menschen lebenswerter zu gestalten und die Gesellschaft positiv zu verändern.

Mit „Honig im Kopf“ ist ihm das mehr als gelungen.

Angeregt durch das eigene Erleben mit seinem Opa, den er als Student für sechs Wochen pflegte, ist ihm ein Lehrstück auf höchstem Niveau gelungen.

Ich freue mich, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, Til Schweigers Botschaft mit auf den Weg geben zu können:

  • „Nimm den Menschen, der dir anvertraut ist, so, wie er ist!“
  • „Hör auf, ihn ständig zu korrigieren!“
  • „Nimm deinen Angehörigen ernst in dem, was er fühlt!“

Was ist schon Wahrheit? Was ist schon Realität? Es gibt viele Realitäten!

So können auch wir, die vermeintlich Gesunden, viel lernen vom Leben mit der Demenz.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß im Kino mit „Honig im Kopf“.

Honig ist süß, manchmal bittersüß und so ist auch das Leben mit der Demenz.

Ihre Eva-Maria Popp


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2 Gedanken zu „Honig im Kopf und Butter in den Knien

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