Jetzt ist es zu spät – was tun, wenn im Demenzfall das Testament fehlt?

Was tun, wenn im Demenzfall das Testament fehlt?

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Wer denkt im stressigen Alltag schon daran, sein Testament zu verfassen? Erinnert uns dieser Vorgang doch an die eigene Vergänglichkeit, an den eigenen Tod. Dieser Gedanke fällt vielen Menschen sehr schwer und in der Folge bleiben so wichtige Angelegenheiten wie die Regelung des Erbes in vielen Familien unerledigt.

Dieser Hintergrund beschäftigt in Deutschland jährlich die Nachlassgerichte. Jeder dritte Erbfall endet inzwischen im Streit und entzweit die Familien. Das ist tragisch und eigentlich nicht notwendig, wenn sich der oder die Erblasser zu gesunden Lebzeiten mit seinen/ihren Erbwünschen auseinandergesetzt hätten.

Noch komplizierter wird es, wenn der Erblasser dement ist und die Erbengemeinschaft zu dessen Lebzeiten entdeckt, dass es kein Testament gibt und wichtige Angelegenheiten nicht geregelt wurden. Spätestens dann heißt es endlich handeln!!!!

Natürlich macht die Tatsache der Demenz die Angelegenheit nicht gerade leichter. Aber es ist besser, die Sachlage mit allen Schwierigkeiten anzupacken, als weiterhin den Kopf in den Sand zu stecken und nichts zu tun.

Wichtige Tipps zum Thema Demenz und Testament

Deshalb gibt Ihnen heute unsere Rechtsanwältin für Seniorenrecht, Isabella Popp, wichtige Tipps rund um das Thema Demenz und Testament:

„Wer an Demenz erkrankt ist und seinen Nachlass regeln will, der ist gut beraten, wenn er/sie sich frühzeitig darum kümmert. Denn das Verfassen eines Testaments stellt nach deutschem Recht ein sogenanntes „höchstpersönliches Rechtsgeschäft“ dar, bei welchem man sich nicht vertreten lassen kann, weder von einem Gericht noch von einem Betreuer. Verpassen Sie also den „richtigen Moment“, kann es bereits zu spät sein. Leiden Sie aufgrund (anfänglicher) Demenz an nur gelegentlichen Aussetzern, verfassen Sie Ihr Testament während eines klaren Moments, sind Sie testierfähig und können ein wirksames Testament erstellen. Hierbei empfehle ich aber, dass Sie im Vorfeld eine fachärztliche Bestätigung einholen, damit im Streitfalle an der Testierfähigkeit keine Zweifel entstehen. Das beugt möglichen Streitigkeiten zwischen den Erben vor.“

 

Liebe Leserinnen und Leser,

unsere Rechtsanwältin hat Ihnen aufgezeigt, wie Sie handeln müssen und was es zu tun gibt, damit Ihr letzter Wille anerkannt wird und zum Tragen kommt. Nun müssen Sie handeln und die leidige Sache mit dem Testament ENDLICH umsetzen.

Es besteht die Möglichkeit, sich von einem Anwalt Ihres Vertrauens beraten zu lassen. Er kennt viele Möglichkeiten und Konstellationen und hilft Ihnen auch beim Verfassen des letzten Willens. Sicher erleichtert eine neutrale Rechtsberatung Ihre innere Hürde.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Energie. Sie werden sehen: Wenn Sie Ihr Testament geschrieben haben, fällt eine große Last von Ihnen und Sie fühlen sich wohl und befreit.

Ihre Eva-Maria Popp

 

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