Mobil mit dem Rollator

Gute Tipps für Einkauf und Gebrauch

Gehen zu können ist für viele Menschen ein Stück Lebensqualität, die sie in der Regel gar nicht als solche wahrnehmen, da es normal ist überall dorthin gehen zu können, wohin man gerade will. Dieses Stück Lebensqualität gelangt erst ins Bewusstsein, wenn sie wegfällt, weil der Bewegungsapparat nachhaltig eingeschränkt ist. Dann ist es Zeit über Gehilfen nachzudenken.
Allerdings weiß ich aus Erfahrung, dass viele Betroffene davor zurückschrecken, weil es ihnen schwer fällt Hilfsmittel anzunehmen. „Jetzt bin ich alt und gebrechlich.“ So oder ähnlich lauten die Aussagen von Senioren, wenn sie das erste Mal mit Gehilfen unterwegs sind, weil über das Hilfsmittel ihre Einschränkung sichtbar für alle wird. Deshalb ist es für Sie als pflegende Angehörige sehr wichtig, dieses unangenehme Gefühl und die Ablehnung erst einmal zuzulassen. Reden Sie darüber! Zeigen Sie Anteilnahme und vor allem zeigen Sie, dass Sie die Ablehnung des Hilfsmittels verstehen können. Auf diese Weise geben Sie dem Betroffenen die Chance verstanden zu werden und über dieses Verständnis allmählich zur Annahme der Gebrechlichkeit aber auch des Hilfsmittels zu kommen. Gerade diese psychologische Hilfestellung ist sehr, sehr wichtig und wird oftmals übersehen. Ich kann Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser aus eigener Erfahrung sagen, wie es ist, wenn man das erste Mal in einem Rollstuhl sitzt oder einen Rollator benutzt. Ich bin, bedingt durch eine Operation am Vorderfuß ein halbes Jahr im Rollstuhl gesessen und war danach nochmal ein halbes Jahr auf den Gebrauch eines Rollators angewiesen. Ich kenne das Gefühl, wenn man vermeintlich denkt, dass jeder guckt! Wenn meine Angehörigen mir damals gesagt haben, dass das ja nicht schlimm sei usw. habe ich mich immer sehr geärgert und mich unverstanden und sehr einsam gefühlt mit meinem Leid. Mit der Zeit habe ich mich an den Gedanken gewöhnt und die Vorzüge der Mobilitätshilfen für mich erkannt.

Das sollten Sie beim Kauf eines Rollators wissen
Ein Standard Rollator ist der am häufigsten gekaufte und beliebteste Rollator. Es ist für den Innen- und Außenbereich geeignet. Ein Handfaltmechanismus sorgt für ein sicheres und komfortables Falten und Entfalten des Rollators, deshalb ist er auch ideal zum Transport geeignet. Mit integrierter Sitzfläche lädt er auch mal zu einer kleinen Verschnaufpause ein. Sehr praktisch erweist sich auch ein Einkaufsshopper. Standard Rollatoren bekommt man auf Rezept, sofern der Arzt Gangunsicherheit diagnostiziert.
Sehr wichtig ist natürlich die Doppelfunktionsbremse. Die mehrfach angebrachten Reflektoren sorgen für Sicherheiten im Straßenverkehr. Bei der Lieferung sollte ein Korb ein Tablett und ein Stockhalter dabei sein.

Eine weitere Form von Rollatoren sind die sogenannten Delta Gehräder. Sie sind mit Vorsicht zu genießen, weil sie eine lebensgefährliche Kippgefahr darstellen können. Deshalb sind sie nur für den Innenraum geeignet. Die Handgriffe sind nicht sicher arretierbar , der Korb und die Sitzgelegenheit sind jeweils sehr klein. Allerdings sind sie sehr wendig und vor allem platzsparend was besonders in kleinen Wohnungen ein großer Vorteil sein kann.

Rollatoren mit Ankipphilfe sind vergleichbar mit dem Standard Modell, allerdings etwas teurer. Die Ankipphilfe ist ein Segen, wenn eine Bordsteinkante wieder einmal die Barrierefreiheit nimmt, außerdem wurde die Bremsbelastung beim Rollator mit Ankipphilfe deutlich optimiert.

Ein sehr praktisches Hilfsmittel stellt der Hausrollator aus Holz dar. Es handelt sich dabei um ein bewegliches Möbelstück, das sich auch als solches in die häusliche Umgebung einfügt. Ein rutschfestes Tablett und ein Stockhalter sind obligatorisch und können um viele Extras wie z.B. einem Flaschenhalter, einer Schublade und vielem mehr ergänzt werden. Allerdings kann man ihn nicht zusammenklappen und er hat ein sehr hohes Eigengewicht.

Egal für welches Modell Sie sich entscheiden ist es wichtig, dass der Rollator individuell an den Patienten angepasst wird. Die Handbremsen müssen gut erreichbar sein und die Sitzhöhe sollte zur Körpergröße passen. Für ein längeres und bequemes Sitzen ist ein Rückengurt zu empfehlen. Achten Sie darauf, dass der Rollator nicht zu schwer ist.
Lassen Sie Ihren neuen Begleiter in regelmäßigen Abständen auf die uneingeschränkte Funktionstauglichkeit der Bremsen und Reifen überprüfen.

Nun wünsche ich Ihnen ein bewegliches und bewegtes Leben, das Sie dank Ihres neuen Rollators haben werden.

Ihre Eva-Maria Popp

 

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