Sicherheit, wenn die Demenz alles auf den Kopf stellt

Sicherheit

© Jean Kobben – Fotolia

Als pflegende Angehörige kennen Sie das ungute Gefühl, dass einen beschleicht, wenn man im Lokalteil der Heimatzeitung vom Feuerwehreinsatz im Nachbardorf liest oder beim Kaffeekränzchen vom Wasserschaden bei einer Freundin hört. Diese Unglücksfälle erinnern uns immer wieder daran, wie gefährdet der eigene Haushalt für Feuer- und Wasserschäden ist, weil die Welt unseres demenziell erkrankten Angehörigen manchmal auf dem Kopf steht und es leicht passieren kann, dass der Wasserhahn nicht abgedreht wird, weil er/sie vergisst, dass der Hahn überhaupt aufgedreht wurde. Auch die Herdplatte stellt ein großes Risiko dar, weil Menschen mit Demenz die Funktion der Platte vergessen haben.

Fragebogenaktionen unter pflegenden Angehörigen haben ergeben, dass diese Angst vor unübersehbaren Folgeschäden eine große Belastung für pflegende Angehörige darstellt und häufig der Auslöser dafür ist, dass der demenziell Erkrankte in Fremdpflege und die Obhut eines Pflegeheimes oder einer Wohngemeinschaft für Demenz gegeben wird.

Deshalb will ich Ihnen mit diesen Zeilen Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, wie Sie Ihr Hab und Gut vor den Folgen des Vergessens schützen können.

Zum einen gibt es die Möglichkeit der Drosselung einer Herdplatte. Im Elektrofachhandel kann die Herdplatte so eingestellt werden, dass sie nicht mehr über eine gewisse Temperatur heizt. Das hat zwar zur Folge, dass das Kochen länger dauert, aber ich denke, das ist das kleinere Übel.

In der Badewanne, Dusche oder im Waschbecken kann der Klempner einen Fühler einbauen, der mit der Wasserzufuhr gekoppelt ist. Sobald das Wasser diesen Fühler berührt, wird die Wasserzufuhr gestoppt.

Ein weiterer wichtiger Hinweis ist die Prüfung des Versicherungsschutzes in Sachen Haftpflicht. Sollte der demenziell Erkrankte neu zu Ihnen in die Wohnung gezogen sein, ist es sehr wichtig, dass Sie das bei Ihrer Familienhaftpflichtversicherung melden. Erst dann greift die Versicherung im Ernstfall.

Wieder einmal können Sie an diesen Tipps erkennen, dass es meist eine Abhilfe für die unangenehmen Seiten des Lebens mit der Demenz gibt.

Wir können die Demenz nicht wirklich beheben, aber wir können das Leben mit der Demenz in vielen Bereichen erleichtern.

Es gilt wie immer das Sprichwort: Kleine Ursache – große Wirkung!

 

Nun wünsche ich Ihnen eine schöne Zeit.
Ihre Eva-Maria Popp

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