Tausche siebten Sinn gegen Stolperfalle

Tausche siebten Sinn gegen Stolperfalle

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Das Leben steckt voller Gefahren. Wir alle können uns Zeit unseres Lebens an viele Situationen erinnern, in denen wir knapp an kleineren oder auch größeren Katastrophen vorbeischrammten. Oftmals hat uns das Glück, der Zufall, aber häufig auch der siebte Sinn vor einem Unfall bewahrt. Deshalb ist die Frage, wie sich der siebte Sinn ausbildet, sehr wichtig für uns.
Der siebte Sinn ist das Ergebnis von Lebenserfahrung und genauer Beobachtungsgabe, die häufig unterbewusst abläuft. Ich erkläre die Funktionsweise des siebten Sinnes an einem Beispiel:
Der Führerschein-Neuling fährt mit seinem Auto und hat nur die direkte Situation im Blick. Sie als sein erfahrener Beifahrer sehen jedoch vorausschauend, dass in einem Abstand von ca. 500 Metern ein landwirtschaftliches Fahrzeug fährt und würden an der Stelle des Fahrzeuglenkers bereits mit der Verringerung der Geschwindigkeit beginnen. Das heißt, dass Ihr Blick, Ihr Weitblick für die Gefahr deutlich besser ausgeprägt ist als der des Fahranfängers. Ihr Weitblick, Ihr siebter Sinn für das Erkennen und Wahrnehmen der potentiellen Gefahr ist im Laufe der Praxis und aufgrund von Erfahrungen stets gewachsen.
Wenn wir diese Erkenntnis auf unsere tägliche Praxis als pflegende Angehörige übertragen, dann lässt sich daraus ableiten, dass auch die Pflegesituation eines siebten Sinnes bedarf, um Unfallgefahren dauerhaft im Vorfeld zu erkennen und vor allem zu vermeiden bzw. zu verhindern. Als Neuling in der „Pflegebranche“ fällt es uns manchmal schwer, uns einzudenken in das, was unser Angehöriger noch kann bzw. nicht mehr kann. Vor allem, wenn der demenziell Veränderte bisher sportlich und beweglich war, ist es nahezu außerhalb unseres Vorstellungsvermögens, dass er nun ungeschickt und wackelig auf den Beinen sein soll.
Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie sich in einer ruhigen Minute Zeit nehmen und eine Liste erstellen mit all den Einschränkungen, die Ihr Angehöriger hat. Gehen Sie alle 5 Sinne durch und erstellen Sie davon ein kurzes Profil. Dieses unterstützt Sie dann bei Ihrem Wohnungscheck. Sicher wird Ihnen bei diesem bewussten Sinnescheck die eine oder andere Stolperfalle oder bislang unerkannte Unfallgefahr auffallen. Informieren Sie auch andere Menschen, die sich um den demenziell Erkrankten kümmern, damit der siebte Sinn bei allen an der Pflege beteiligten Personen gleichermaßen wächst.
Mit dieser Maßnahme haben Sie sehr viel zum Wohle Ihres Angehörigen beigetragen.

Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Aufgabe als „Stolperfallen-Detektiv“.

Ihre Eva-Maria Popp

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Ein Gedanke zu „Tausche siebten Sinn gegen Stolperfalle

  1. Monika

    Liebe Eva-Maria Popp,
    danke für diesen Artikel! Die meisten Stürze passieren ja eben nicht auf glatter Straße oder im Garten, sondern in den eigenen vier Wänden. Schon mit recht wenig Aufwand lassen sich viele Stolperfallen aufspüren und entschärfen. Die Klassiker sind hier Teppiche und Läufer, und immer noch Telefonkabel und Verlängerungskabel. Auch im Badezimmer lässt sich mit Haltegriffen und Anti-Rutschmatten viel für die Sicherheit erreichen.

    Herzliche Grüße und weiterhin viel Erfolg!
    Monika

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