Vergeben und Verzeihen

Vergeben und Verzeihen

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Das Vergeben und Verzeihen ist ein Thema, das gerade Söhne und Töchter von demenziell erkrankten Menschen immer wieder beschäftigt.

Nicht immer laufen Eltern-Kind-Beziehungen optimal. Sehr oft stehen ungelöste Konflikte im Raum und es ist noch nicht allzu lange her, dass die Erziehungsmethoden von körperlicher Gewalt geprägt waren. In anderen Fällen hat der Vater oder die Mutter die Familie verlassen.

Es gibt zahlreiche Ursachen für ein gestörtes Verhältnis zu den Eltern. Sind diese noch in einem Alter, in dem sie sich selbst versorgen können, wächst bei den erwachsenen Kindern oftmals Gras über die früheren Geschehnisse. Der Alltag übertüncht manche Demütigung und Bestrafungsaktion.

Allerdings ist es ein großes Problem, wenn die Eltern alt und gebrechlich und vor allem dement werden. Dann sehen sich die Kinder plötzlich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, weil sie sich um die Eltern kümmern müssen.

Mancher fragt sich dann: Kann ich meinen Vater, meine Mutter pflegen, obwohl sie mich so oft verletzt haben? Muss ich die Pflege übernehmen?

Das sind sehr schwierige Fragen, die Sie sehr ehrlich für sich klären müssen! Vor allem ist es wichtig, dass Sie Ihren Eltern verzeihen, was früher passiert ist, bevor Sie die Pflege und Betreuung übernehmen. Sonst kann diese Herausforderung nicht funktionieren.

Allerdings ist das ein Prozess, der dauern kann. Nehmen Sie sich Zeit für diesen Prozess. Das hilft allen Beteiligten.

Viel Kraft wünscht Ihnen

Eva-Maria Popp

 

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