Videogestützte Online-Beratung für pflegende Angehörige

Wer als Angehöriger die Pflege eines nahestehenden Demenzerkrankten übernimmt, gerät oft an seine Belastungsgrenzen. Denn neben den aufwändigen alltäglichen Pflegeaufgaben kommen vor allem auch emotionale Belastungen auf, die schwer auf dem Gemüt des Pflegenden liegen können. Emotionale Entlastung zu erfahren, ist hingegen nicht einfach, denn zum einen bleibt für die Nutzung von Beratungs- und Hilfsangeboten kaum Zeit. Zum anderen kann sich das nahe Umfeld schwer in den täglichen Pflegealltag hineinversetzen, so dass das tröstliche und stärkende Mitgefühl von lieben Freunden oder Bekannten oft ausbleibt. Der Austausch mit anderen Betroffenen fehlt, die doch sehr gut wissen, wie es ist zu pflegen und gefühlt nicht mehr pflegen zu können, am Ende zu sein mit seiner Kraft.

Die kostenlose, internetbasierte Schulung und Beratung „Demenz anders sehen“, kurz Demas, bietet pflegenden Angehörigen nun die Möglichkeit über einen leichten Weg, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und Unterstützung durch eine psychologische Fachkraft zu erhalten. Über das Internet in einem Videochat trifft sich eine kleine feste Gruppe von pflegenden Angehörigen einmal pro Woche und erhält die Möglichkeit sich in innerhalb von zehn Sitzungen auszutauschen, Fragen loszuwerden und viele themenspezifische Informationen zur Pflege zu erhalten. Ein Videochat, das ist wie eine Telefonkonferenz bei der die Teilnehmenden alle gleichzeitig auf dem Computer-Bildschirm zu sehen sind und mit allen kommuniziert werden kann. Das geschieht, indem das Bild und der Ton in den virtuellen Kommunikationsraum von Demas übertragen werden. Vor der Nutzung wird jeder Teilnehmer behutsam in die Technik des Programms eingewiesen. Da die Bedienung der Internetseite von Demas einfach gehalten ist, reichen jedoch einfache Computer-Kenntnisse zur Nutzung vollkommen aus. Zur Teilnahme erforderlich sind lediglich ein Computer und eine ausreichend schnelle Internetverbindung. Alles weitere, wie etwa ein Headset, (Kopfhörer mit integriertem Mikrofon) wird kostenlos zugeschickt.

Themen, die unter anderem in der Gruppe besprochen werden, sind die Umgangsweise und Kommunikation mit dem Demenzerkrankten, Möglichkeiten die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu fördern und auch Wege zur eigenen Stressbewältigung im Pflegealltag zu finden.

Entwickelt und durchgeführt wird das Programm von der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Delphi-Gesellschaft. Um die Beratungsqualität zu sichern, wird das Programm wissenschaftlich begleitet. Hierbei wird untersucht, wie gut die Nutzer/innen von einer Teilnahme profitieren und wie sie das Programm bewerten.

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite www.demenz-anders-sehen.de.
Die Anmeldung am Programm erfolgt ebenfalls über die Internetseite.
Blog-Gastbeitrag von Demas

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