Wenn die Natur stirbt

frau schaut besorgt nach untenIm Spätherbst schlägt das Wetter um. Die Natur, die im bunten Oktober nochmals all ihre Strahlkraft aufgeboten hat, zieht sich im November unbarmherzig zurück. ALLES stirbt, sogar die Sonne.

Zugleich feiern wir das Allerheiligenfest bzw. den Reformationstag. Wir gedenken unserer Toten. Das verstärkte Erinnern an unsere geliebten Menschen, die wir im Laufe eines langen Lebens verloren haben, lässt bei vielen Menschen die verdeckte Trauer aufleben, die im Frühling und Sommer von der Sonne und der geschäftigen Betriebsamkeit rund um die Gartenpflege, das Obsteinkochen, Feste und Feiern, Schwimmen, Radfahren und … überdeckt wurde. Bei pflegenden Angehörigen gesellt sich zusätzlich die Trauer um den Verlust der Normalität eines früheren Lebens dazu. Sie denken mit Wehmut an die Zeit, als der Partner, der Vater, die Mutter noch gesund war, als sie zusammen viele Aktivitäten unternommen haben. Sie spüren die Spuren und Folgen der Krankheit deutlich und unbarmherzig.

Nun, im November, lichten sich die Schleier des „sommerlichen Vergessens und Verdrängens“. Zutage kommen tiefe Trauer und der pure Seelenschmerz, der sich im Laufe eines langen Lebens angesammelt hat. Im Austausch legen sich die dichten Nebel der depressiven Verstimmung auf unsere Seele.

Dagegen hilft reden! Sprechen Sie über ihre Trauer und ihre depressiven Gedanken, aber auch über Ihre Wut. Suchen Sie Gleichgesinnte in einer Selbsthilfegruppe oder einem Senioren-Café. Reden Sie sich von der Seele, was Sie belastet.

Das befreit und nimmt den Druck.

Ich wünsche Ihnen viele gute Gespräche und gute Gedanken.

Ihre Eva-Maria Popp

 

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