Wenn die Schmerzen den letzten Nerv rauben

Mit einem Verhaltenstagebuch die Ursachen der Schmerzen ausfindig machen

Verhaltenstagebuch

© Conny Hagen – Fotolia

Es gibt Tage im Leben von uns pflegenden Angehörigen, die uns den letzten Nerv rauben. Unsere Lieben sind aufreibend, aggressiv, laut, unruhig – keiner weiß warum.

Diese veränderte Verhaltensweise könnte ein deutlicher Hinweis auf einen lang anhaltenden und dauerhaften Schmerzustand sein.

Zahnschmerzen? Darmprobleme? Arthrose?

Leider schlägt uns die fortschreitende Demenz auch in puncto Schmerzen ein Schnippchen und stellt uns vor ein fast unlösbares Problem. Unser Angehöriger kann sich nicht mehr äußern und findet selbst keinen Zusammenhang zu seinen Schmerzen. Er spürt sie deutlich, um nicht zu sagen sehr deutlich, kann sie aber weder lokalisieren noch sonst irgendwie einordnen.

Deshalb bleibt ihm nur die pure Aggression im inneren Kampf gegen die Schmerzen. Das ist ein großes Problem, weil wir buchstäblich die Nadel im Heuhaufen suchen müssen.

Woher kommt die Unruhe? Was ist der Auslöser?

Deshalb ist es eine gute Methode, ein kleines Verhaltenstagebuch zu führen. Nehmen Sie sich jeden Abend kurz Zeit für ein kurzes Feedback des Tages! Halten Sie fest, ob es zu ungewöhnlichen Zuständen und Verhaltensweisen kam! Auf diese Weise erkennen Sie schneller, wenn etwas Ungewöhnliches auftritt, und können dem Arzt, den Sie hinzuziehen, konkrete Anhaltspunkte liefern.

Auf Grund Ihrer Aufzeichnungen lassen sich sicherlich rückwirkend wichtige Indizien feststellen:

  • Wann haben die Schmerzen begonnen?
  • In welchem Kontext stehen die Schmerzattacken?
  • Gab oder gibt es konkrete Auslöser über das Essen, das Wetter, veränderte Wohnbedingungen …?

Gehen Sie vor wie Sherlock Holmes! Betrachten Sie sämtliche Kleinigkeiten und vor allem entwickeln Sie allmählich einen siebten Sinn für das Wohlergehen Ihres Angehörigen.

Schmerzen, die nicht erkannt und behandelt werden, sind eine Folter. Das dürfen Sie nicht zulassen!

Nun wünsche ich Ihnen eine gute „Spürnase“.

Ihre Eva-Maria Popp

 

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