Wertvolle Hilfe und keiner will sie!

Wertvolle Hilfe

© Miriam Dörr – Fotolia

„Ilse Bilse, keiner will se. Kam der Koch und nahm sie doch.“

An dieses nette Wortspiel musste ich ganz spontan denken, als ich von meinem Sohn und meiner Schwiegertochter gehört habe, wie wenig die Betreuungsleistungen von pflegenden Angehörigen abgerufen werden.

Beide sind gelernte Altenpfleger mit einer Zusatzausbildung für außerklinische Intensivpflege und einer sehr wertvollen Qualifikation – einer NONNA ANNA®-Ausbildung zur Betreuung von demenziell Erkrankten. Damit haben sie sich vor einem Jahr als NONNA ANNA®-Franchisenehmer selbstständig gemacht und bieten seither Einzelbetreuung und Fördergruppen nach NONNA ANNA® für Menschen mit Demenz an.

Nun stellen sie fest, dass weder pflegende Angehörige noch Ärzte wissen, dass einem Menschen mit Demenz bis zu 200 Euro pro Monat an Betreuungs- und Beschäftigungsleistungen zustehen. Dieses Geld kann bei Pflegediensten, NONNA ANNA®-Betreuern und anderen Fachstellen, die die Kassenzulassung dafür haben, jederzeit für eine individuelle und vor allem wirkungsvolle Förderung verwendet werden.

Das hilft dem demenziell veränderten Menschen, weil seine geistigen und sozialen Ressourcen gezielt gefördert werden und er individuelle Ansprache bekommt – genau auf ihn zugeschnitten.

Gleichzeitig kann sich der pflegende Angehörige in dieser Zeit beruhigt um seine eigenen Angelegenheiten kümmern und das eine oder andere erledigen.
Es besteht die Möglichkeit, die Inanspruchnahme dieser Leistungen zu bündeln, sodass der pflegende Angehörige auch einmal eine etwas längere Auszeit nehmen kann.
Nun stelle ich die berechtigte Frage: Wie kann es sein, dass es da für pflegende Angehörige von Demenzpatienten wertvolle Hilfe in Form von Betreuungs- und Beschäftigungsleistungen gibt und nur ganz wenige rufen diese Leistungen bewusst ab?

Deshalb werde ich meinen heutigen Beitrag dazu nutzen, um Sie, liebe Leserinnen und Leser, nochmals auf diese Hilfestellung der Krankenkasse, die im Übrigen unabhängig vom Pflegegeld bezahlt wird, hinzuweisen und an Sie zu appellieren, diese Leistungen abzurufen.

Oftmals werden diese Leistungen sogar von den Pflegediensten abgerechnet und für Gruppenangebote oder auch andere Leistungen verwendet. Das ist sehr, sehr schade, weil besonders bei fortgeschrittener Demenz eine individuelle Einzelförderung sehr, sehr wertvoll ist und jedem Gruppenangebot haushoch überlegen ist.
Kümmern Sie sich darum, dass Ihr demenziell Erkrankter diese besondere Art der Beschäftigung und Betreuung erhält und genießen Sie das gute Gefühl, dass sich Fachleute liebevoll um ihn kümmern und ihn fördern, während Sie diese kleine Verschnaufpause nutzen, um wieder etwas Kraft zu tanken.

Nun wünsche ich Ihnen eine schöne Zeit.

Herzlichst,
Ihre Eva-Maria Popp

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