Zurück zu den Wurzeln – eine Reise in die Kindheit

Heute möchte ich Sie an einem ganz besonderem Erlebnis teilhaben lassen: einer Reise in die Vergangenheit – zurück zu den Wurzeln in die Kindheit meiner 88-jährigen Schwiegermutter.

Eine Woche lang habe ich meine Schwiegermutter begleitet an die Stätten ihrer Kindheit:
Meine Schwiegermutter wurde 1927 in Rostock als drittes und letztes Kind in ihrer Familie geboren. Bereits im Alter von 3 Jahren ist sie mit ihrer Familie weggezogen: erst nach Hamburg, danach nach Hannover. Allerdings hat sie bis zum Jahre 1943 alle Sommerferien zusammen mit ihren Schwestern in Kühlungsborn, ein paar Kilometer von Rostock entfernt, bei ihrer Tante verbracht.

Es waren immer schöne Ferien, geprägt vom Aufenthalt am Meer und Besuchen bei den Urgroßeltern und Großeltern.


Alle diese Stätten haben wir gemeinsam aufgesucht. Wir haben Aal, Hering und Rote Grütze gegessen. Wir haben Haases Hotel aufgesucht, das bis Mitte der dreißiger Jahre im Besitz der Urgroßeltern in Kröpelin bei Rostock war. Heute ist es eine Kneipe, die wir voller Anspannung und Neugierde besucht haben. Die Herren, die sich dort regelmäßig zum Stammtisch treffen, haben es noch gekannt, Haases Hotel. So sind wir ins Gespräch gekommen und meine Schwiegermutter kam ins Schwärmen. Sie hat sich mit den Herren über den Blumenhändler ausgetauscht, bei dem es so wundervoll nach Blumen geduftet hat, dass sie sich immer noch an den Duft erinnern kann.

Am Strand von Warnemünde hat sich meine Schwiegermutter an Onkel Willi erinnert, der die 3 Gören vor langer Zeit mit auf sein Schiff nahm, auf dem er als Matrose zur See fuhr.

Ich habe ganz nebenbei eine Menge erfahren über das Leben, wie es früher war, und habe meiner Schwiegermutter eine sehr große Freude gemacht. Die Erinnerung hat ihr Kraft geschenkt und Mut gemacht für die Herausforderung der nächsten Jahre, die wahrscheinlich geprägt sein werden von dem einen oder anderen Wehwehchen.

Ich werde auf alle Fälle in den nächsten Jahren mit meinen Enkelkindern diese Reise wiederholen und das Wissen über die Vorfahren weitergeben. Dieses Wissen gibt meiner Schwiegermutter das gute Gefühl, dass ihre Erinnerungen weiterleben.

Liebe Leserinnen und Leser, ich kann Ihnen nur empfehlen, sich ebenfalls auf eine Reise in die Vergangenheit zu machen. Damit schenken Sie Freude und Lebensmut. Besonders bei Menschen mit einer beginnenden Demenz kann eine Erinnerungsreise zu den Stätten ihrer Kindheit eine große Bereicherung sein. Für Sie, als pflegende Angehörige, können daraus gute Ansätze für eine spätere Aktivierung und Beruhigung entstehen.

Ich wünsche Ihnen angenehme Reiseerlebnisse und wunderschöne Erinnerungen.
Ihre Eva-Maria Popp

 

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