Wichtige Tipps für die Einstufung in die Pflegestufe

Wichtige Tipps für die Einstufung in die Pflegestufe

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Heute kommt der medizinische Dienst! Diese Feststellung ist für viele von uns fast eine Drohung. Wie wird dieser Termin ablaufen? Werden wir uns „richtig“ verhalten? Werden wir bzw. wird der Patient das „Richtige“ sagen? Schließlich hängt von dieser Einstufung eine Menge ab.

Je höher die Einstufung ist, umso höher fällt das Pflegegeld aus und das wiederum ist oftmals entscheidend dafür, wie viel Hilfe ich mir zu meiner persönlichen Entlastung als pflegender Angehöriger holen kann.

Deshalb sollte der Termin der Begutachtung im Vorfeld sehr gut vorbereit sein. Dazu gehört vor allem, dass Sie sich mit dem Begriff der Pflege auseinandersetzen. Welche Tätigkeiten gehören nach den Richtlinien des Medizinischen Dienstes und der Pflegekasse zur Pflege?

Dort haben wir großen Nachholbedarf im Verstehen und oft auch im Selbstverständnis. Das ist schade, weil dadurch die Chance auf eine angemessene Einstufung sinkt.

Pflege im herkömmlichen Sinne bedeutet zum einen Unterstützung im Lebensalltag.

Dazu gehört alles, was der zu Pflegende selbst nicht mehr oder nur mit Hilfestellung ausführen kann, was aber einen wesentlichen Bestandteil der Bewältigung des täglichen Leben darstellt wie z.B. das Kochen und das Führen des Haushalts. Und genau hier stellen wir uns selbst eine „Falle“. An der Stelle sagt manche Hausfrau: „Das Kochen ist doch keine Pflege, das habe ich doch immer gemacht.“

Sehr verehrte Damen, das mag wohl sein. Aber dafür hat Ihr Mann sicher den Rasen gemäht oder andere Dinge im Haus erledigt. Aber jetzt lastet ALLES auf Ihnen. Somit ist es mehr als legitim, dass Hausarbeiten in den Bereich der Pflegeleistungen rutschen.

Wenn Sie das verstanden und vor allem verinnerlicht haben, dann können Sie auch selbstbewusster auftreten, wenn der medizinische Dienst zur Begutachtung kommt.

Neben diesen Alltagshilfen gibt es eine ganze Reihe von Tätigkeiten, die direkt in den Bereich der Körperpflege fallen. Auch diese sollten Sie anerkennen als wichtige Tätigkeiten, die es wert sind, dass sie von der Pflegekasse vergütet werden.

Nun ist die erste Hürde geschafft und Sie haben Ihre innere Einstellung überdacht.

Nun ist es an der Zeit, Fakten zu schaffen:
Nehmen Sie dazu die Liste mit allen Tätigkeiten, die als Pflegeleistung anerkannt werden, zur Hand. Diese wurde Ihnen mit der Terminvereinbarung ausgehändigt. Studieren Sie diese Liste genau! Nehmen Sie sich Zeit und füllen Sie die Liste sorgfältig aus! Seien Sie großzügig mit den Zeiten, die Sie berechnen! In der Regel dauert immer alles etwas länger, als wir es veranschlagen.

Während des Besuchs des begutachtenden Arztes sollten Sie Ihren Alltag schildern und auch die Situation darstellen, wie sie ist. Erzählen Sie von Ihren Problemen und Sorgen!

Das ist sehr, sehr wichtig! Wie soll der Gutachter wissen, dass Ihr Alltag geprägt ist von Arbeit, Aufwand und Sorge um Ihren demenziell erkrankten Angehörigen, wenn Sie es nicht sagen.

Es sind alte Verhaltensmuster, die wir ein Leben lang abgespult haben, dass man sich wohl verhält und sein Bestes gibt, wenn man bewertet wird. Dieses Verhalten stellt die Begutachtungssituation im Falle einer Einstufung in die Pflegestufe völlig auf den Kopf. In diesem Fall geht es ausnahmsweise einmal nicht darum, besonders gut dazustehen und zu zeigen was man kann, sondern eher zu zeigen, was man nicht mehr kann.

Mein Fazit: Arbeiten Sie an Ihrer inneren Einstellung bevor der Gutachter kommt. Erkennen Sie an, dass Sie und Ihr Angehöriger Hilfe benötigen!

Sollte das Ergebnis der Begutachtung nicht zu Ihrer Zufriedenheit ausfallen, legen Sie auf alle Fälle Widerspruch ein!

Nun wünsche ich Ihnen viel Kraft, um Ihren Alltag zu meistern.
Ihre Eva-Maria Popp

 

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